Früher war Xavier Naidoo für mich so ein Name, der einfach da war. Im Radio, bei großen Momenten, auf irgendeiner BRAVO Hits CD Nummer Irgendwas Schiess mich tot und irgendwo zwischen Pathos und echter Gänsehaut. Ich hab ein, zwei Songs wirklich mochte, das will ich gar nicht wegreden. Waren schon okay.
Vielleicht ist genau das der unangenehme Teil an der Sache. Dass Nostalgie oft länger hält als die eigene Konsequenz.
Ich hab mir jetzt die Analyse von PULS Musikanalyse zu seinen neuesten Reaktionen angeschaut und genau dabei ist mir wieder dieses seltsame Gefühl aufgefallen. Man sieht einen Künstler, der für viele immer noch diese riesige Stimme von damals ist. Und gleichzeitig sieht man all das, was er in den letzten Jahren gesagt, geteilt und ausgelöst hat. Für mich passt das längst nicht mehr zusammen.
Was mich fast noch mehr irritiert, ist diese Treue aus Teilen der Rap Szene. Als wär Loyalität wichtiger als Urteilskraft. Als könnte man den peinlichen, gefährlichen Unsinn einfach ausblenden, solange der Refrain sitzt. Ich pack das ehrlich nicht mehr.
Vielleicht ist genau das Xavier Naidoo 2026, ein Echo von früher und ein Fremdschämen in der Gegenwart. Wie seht ihr das ganze?