Manchmal frag ich mich, wie viel Freiheit eigentlich in so einem kleinen, bordeauxroten Büchlein steckt. Heute in der Früh, noch bevor der Lärm der Stadt richtig wach war, bin ich über einen Artikel vom Standard gestolpert, der genau das ausgelöst hat.
Der stärkste Reisepass der Welt kommt aus Singapur, 192 Länder ohne Visum. Das ist eine Zahl, die nüchtern wirkt, aber viel erzählt. Gleich dahinter Japan und Südkorea mit 188 Ländern. Asien zeigt da eine Konsequenz und Offenheit, die man nicht übersehen kann. Ich hab den Absatz zweimal gelesen, einfach weil mich die Klarheit beeindruckt hat.

Und dann Österreich. Platz vier, 185 Länder. Kein Paukenschlag, eher ein leises, sehr solides Ergebnis. Genau das passt irgendwie zu uns. Verlässlich, unaufgeregt, international akzeptiert. Ich hab kurz meinen eigenen Pass aus der Lade genommen und ihn angeschaut, fast wie ein altes Foto. Man vergisst leicht, was für ein Privileg das ist, vor allem wenn Reisen für uns so normal geworden ist.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft. Freiheit misst man nicht nur in Kilometern, sondern auch im Bewusstsein, sie zu haben (wenn man sie braucht).