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Sonntag, 05. Februar 2012

 

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FREI VON SCHEISS TEUFLISCHER NEBENWIRKUNG

Egal, was wir armen Menschenseelen tagtäglich zu uns nehmen; egal, wie gesund wir leben: Der Teufel lauert ewig im kaum wahrnehmbaren Hintergrund all unseres Tuns und heißt deshalb in seiner Zusatzbezeichnung „NEBENWIRKUNG".

Wenn wir uns etwa verlieben, treten zwangsläufig Gefühle auf. Wenn wir zu oft Duschen, leidet unsere Fruchtbarkeit unter zuviel über die Haut zugeführte Waschmittelrückstände. Wenn wir bloß atmen, siedeln sich gleich Schadstoffe, Bakterienstämme oder fliegende Pilzkulturen in unserer Lunge an.

Ob wir Alkohol trinken und uns dabei steuerlich legal geschröpft das Hirn verätzen oder ob wir streng biologisch angebaute Nahrungsmittel zu uns nehmen und so unsere schwache Widerstandskraft gegen Antibiotika schwächen. Ob wir lachen und davon Falten bekommen oder ob wir Falten kriegen und darüber nicht mehr lachen wollen: Über Allem schwebt die NEBENWIRKUNG und erweckt permanente Zweifel an der Tatsache, dass der riesige Bedarf an genereller Sicherheit heutzutage ins Uferlose ausartet und folgerichtig wiederum Angstgefühle in uns auslöst.

NEBENWIRKUNG des Berufs eines Staatsanwaltes könnte so zum Beispiel sein, dass irgendwann ein durchgeknallter Angeklagter seine im Knast zusammengebastelte Kugelschreiber-Pistole zückt und rachelüstern auf eine verblüffte Schwarzrobe zielt. NEBENWIRKUNG eines in Kliniken von kranken Krankenschwestern ausgelebten Helfersyndroms hingegen dürfte die ungewollte Auseinandersetzung mit Machtlosigkeit und Tod sein.

Selbst das absolut stille Liegen auf dem Rücken in völliger Unbeteiligtheit am allgemeinen Weltgeschehen hat die schlimme NEBENWIRKUNG von kaum heilen Druckstellen am jeweils durchgelegenen Körper.

Aber alles halb so schlimm...

Axel Junker - Nebenwirkungen.jpg

Axel Junker - Gedanken über Nebwirkungen, vor seiner Skulptur

Sehr viel schlimmer ist allerdings, dass ich als hepatitisverseuchter Medizinalkiffer einmal von einem nicht unbedingt auf Aufklärung bedachten Richter gefragt worden bin, ob es neben den gesundheitsfördernden Aspekten des Kraut-Inhalierens womöglich noch andersartige NEBENWIRKUNGEN beim Kiffen für mich gäbe.

Einen Moment lang habe ich gestutzt, etwas nachgedacht, dann gelächelt und anschließend wahrheitsgemäß geantwortet, dass der Cannabisgebrauch meiner Kreativität außerordentlich förderlich zu sein scheint: Ich würde viel dichten und schreiben. Ich könne Musik sehr intensiv empfinden und fühle mich dadurch angeregt, selbst Musik zu machen. Ich bildhauere, gärtnere und kommuniziere gerne mit anderen Menschen unter dem Einfluss des besagten Mittels und deshalb sei für mich absolut nichts Negatives am Graskonsum zu entdecken.

„Aha!", lautete die darauffolgende Frage des Richters, „Dann nehmen Sie es also auch, weil es unter Anderem „gute Gefühle" in ihnen auslöst...!?" Er sagte dies in einem Ton, der viel eher bitterer Vorwurf und bedingungslose Feststellung war - als wirklich interessierte Teilnahme. Als ich daraufhin der Wahrheit gemäß wiederum nur zustimmend beipflichten konnte, war damit das Verfahren für mich endgültig verloren.

 

Wie sollte ich allen Ernstes erwarten, eine kulturübergreifend verfügbare – jedoch aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verbannte Heilpflanze – gegen meine chronische Hepatitis legal anwenden zu dürfen, wenn jenes Kraut nicht einmal eine einzige kleine negative Nebenwirkungen bei mir als Patient und Benutzer auslöst?

Wie durfte ich im Verlaufe einer Strafsache auf eine persönliche Notstandslage plädieren, wenn Schmerz, Siechtum und Leiden ohne Hanf viel größere Notstände zur Folge haben, die wiederum des Einsatzes sehr viel härterer Drogen bedürfen?

Und wie konnte ich der anwesenden Richter- und Staatsanwaltschaft klar machen, dass die freie Willenentscheidung für ein natürliches Präparat in meinem speziellen Fall den Entzug vom Methadon, eine mit der Gesellschaft gut funktionierende Kollaboration und daraus resultierend auch eine bessere soziale Integration bedeutet, wodurch sich weitere positive Nebenwirkungen entfalten: Indem ich arbeiten gehe, Steuern zahle und somit letztendlich das globale Wirtschaftswachstum fördere?

Nun ja, Schwarzkittel bei Gericht sind weder Ärzte – noch Apotheker. Sie sind bloß Akten abarbeitende Handlanger eines korrumpierbaren Politikergesindels, wie man es in anderer Form oft in einigen üblen Unterschichtkasten der Vorstädte und Großstadt-Slums als sog. „Abzieher" oder „Abzocker" antrifft. Der Mensch hinter der Geschichte - Akte – interessiert sie einen Scheißdreck!

Deshalb schien der zu Anfang dieses Berichts genannte „Teufel über allem Tun" diesmal allerdings nachhaltig auf die eingeforderte Gerechtigkeit zu scheißen .

Dementsprechend wurde ein hartes Urteil gefällt, was NEBEN der WIKUNG schwerer Schwindelgefühle vom bis heute andauernden Kopfschütteln über den Gerichtsbeschluss - gleichwohl aber auch das Nacherzählen derart unglaublicher Geschichten auslöst.

Aber... ebenfalls alles halb so schlimm!

Schließlich muss ganz ehrlich sein: Ich kacke selbst noch immer - und schon jahrelang auf den oben so ausführlich beschriebenen Teufel.

 

Total NEBENWIRKUNGSFREI übrigens.

Obwohl die Wahrheit zu sagen, ja nie OHNE ist...

 

 

© aXXL

FREI VON SCHEISS TEUFLISCHER NEBENWIRKUNG

Egal, was wir armen Menschenseelen tagtäglich zu uns nehmen; egal, wie gesund wir leben: Der Teufel lauert ewig im kaum wahrnehmbaren Hintergrund all unseres Tuns und heißt deshalb in seiner Zusatzbezeichnung „NEBENWIRKUNG".

Wenn wir uns etwa verlieben, treten zwangsläufig Gefühle auf. Wenn wir zu oft Duschen, leidet unsere Fruchtbarkeit unter zuviel über die Haut zugeführte Waschmittelrückstände. Wenn wir bloß atmen, siedeln sich gleich Schadstoffe, Bakterienstämme oder fliegende Pilzkulturen in unserer Lunge an.

Ob wir Alkohol trinken und uns dabei steuerlich legal geschröpft das Hirn verätzen oder ob wir streng biologisch angebaute Nahrungsmittel zu uns nehmen und so unsere schwache Widerstandskraft gegen Antibiotika schwächen. Ob wir lachen und davon Falten bekommen oder ob wir Falten kriegen und darüber nicht mehr lachen wollen: Über Allem schwebt die NEBENWIRKUNG und erweckt permanente Zweifel an der Tatsache, dass der riesige Bedarf an genereller Sicherheit heutzutage ins Uferlose ausartet und folgerichtig wiederum Angstgefühle in uns auslöst.

NEBENWIRKUNG des Berufs eines Staatsanwaltes könnte so zum Beispiel sein, dass irgendwann ein durchgeknallter Angeklagter seine im Knast zusammengebastelte Kugelschreiber-Pistole zückt und rachelüstern auf eine verblüffte Schwarzrobe zielt. NEBENWIRKUNG eines in Kliniken von kranken Krankenschwestern ausgelebten Helfersyndroms hingegen dürfte die ungewollte Auseinandersetzung mit Machtlosigkeit und Tod sein.

Selbst das absolut stille Liegen auf dem Rücken in völliger Unbeteiligtheit am allgemeinen Weltgeschehen hat die schlimme NEBENWIRKUNG von kaum heilen Druckstellen am jeweils durchgelegenen Körper.

Aber alles halb so schlimm...

Axel Junker - Nebenwirkungen.jpg

Axel Junker - Gedanken über Nebwirkungen, vor seiner Skulptur

Sehr viel schlimmer ist allerdings, dass ich als hepatitisverseuchter Medizinalkiffer einmal von einem nicht unbedingt auf Aufklärung bedachten Richter gefragt worden bin, ob es neben den gesundheitsfördernden Aspekten des Kraut-Inhalierens womöglich noch andersartige NEBENWIRKUNGEN beim Kiffen für mich gäbe.

Einen Moment lang habe ich gestutzt, etwas nachgedacht, dann gelächelt und anschließend wahrheitsgemäß geantwortet, dass der Cannabisgebrauch meiner Kreativität außerordentlich förderlich zu sein scheint: Ich würde viel dichten und schreiben. Ich könne Musik sehr intensiv empfinden und fühle mich dadurch angeregt, selbst Musik zu machen. Ich bildhauere, gärtnere und kommuniziere gerne mit anderen Menschen unter dem Einfluss des besagten Mittels und deshalb sei für mich absolut nichts Negatives am Graskonsum zu entdecken.

„Aha!", lautete die darauffolgende Frage des Richters, „Dann nehmen Sie es also auch, weil es unter Anderem „gute Gefühle" in ihnen auslöst...!?" Er sagte dies in einem Ton, der viel eher bitterer Vorwurf und bedingungslose Feststellung war - als wirklich interessierte Teilnahme. Als ich daraufhin der Wahrheit gemäß wiederum nur zustimmend beipflichten konnte, war damit das Verfahren für mich endgültig verloren.

 

Wie sollte ich allen Ernstes erwarten, eine kulturübergreifend verfügbare – jedoch aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verbannte Heilpflanze – gegen meine chronische Hepatitis legal anwenden zu dürfen, wenn jenes Kraut nicht einmal eine einzige kleine negative Nebenwirkungen bei mir als Patient und Benutzer auslöst?

Wie durfte ich im Verlaufe einer Strafsache auf eine persönliche Notstandslage plädieren, wenn Schmerz, Siechtum und Leiden ohne Hanf viel größere Notstände zur Folge haben, die wiederum des Einsatzes sehr viel härterer Drogen bedürfen?

Und wie konnte ich der anwesenden Richter- und Staatsanwaltschaft klar machen, dass die freie Willenentscheidung für ein natürliches Präparat in meinem speziellen Fall den Entzug vom Methadon, eine mit der Gesellschaft gut funktionierende Kollaboration und daraus resultierend auch eine bessere soziale Integration bedeutet, wodurch sich weitere positive Nebenwirkungen entfalten: Indem ich arbeiten gehe, Steuern zahle und somit letztendlich das globale Wirtschaftswachstum fördere?

Nun ja, Schwarzkittel bei Gericht sind weder Ärzte – noch Apotheker. Sie sind bloß Akten abarbeitende Handlanger eines korrumpierbaren Politikergesindels, wie man es in anderer Form oft in einigen üblen Unterschichtkasten der Vorstädte und Großstadt-Slums als sog. „Abzieher" oder „Abzocker" antrifft. Der Mensch hinter der Geschichte - Akte – interessiert sie einen Scheißdreck!

Deshalb schien der zu Anfang dieses Berichts genannte „Teufel über allem Tun" diesmal allerdings nachhaltig auf die eingeforderte Gerechtigkeit zu scheißen .

Dementsprechend wurde ein hartes Urteil gefällt, was NEBEN der WIKUNG schwerer Schwindelgefühle vom bis heute andauernden Kopfschütteln über den Gerichtsbeschluss - gleichwohl aber auch das Nacherzählen derart unglaublicher Geschichten auslöst.

Aber... ebenfalls alles halb so schlimm!

Schließlich muss ganz ehrlich sein: Ich kacke selbst noch immer - und schon jahrelang auf den oben so ausführlich beschriebenen Teufel.

 

Total NEBENWIRKUNGSFREI übrigens.

Obwohl die Wahrheit zu sagen, ja nie OHNE ist...

 

 

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