Cannabis sativa, besser bekannt als "Hanf", ist eine alte Kulturpflanze, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in Europa große wirtschaftliche Bedeutung hatte: Aus ihren Fasern wurden extrem reißfeste Seile und Schiffstaue hergestellt, ohne die Columbus Amerika vermutlich nie erreicht hätte.
Im 20. Jahrhundert stellte man aus Hanffasern Uniformstoffe her, im nationalsozialistischen Deutschland wurde der Hanfanbau propagiert. Dass die Blüten und Samen der weiblichen Hanfpflanzen psychoaktive Substanzen enthalten, ignorierte man. Nach Ende des 2. Weltkrieges folgte ein Anbauverbot. Zu groß schienen die Gefahren, die das Rauchen der getrockneten Blüten und Blätter (Marihuana) und des gepressten Harzes (Haschisch) mit sich bringen können.
Heute setzt langsam ein Umdenken ein: Das Rauchen oder Verzehren von Cannabisprodukten hat abseits von Rauschfreuden Vorteile in der Medizin: Cannabis wird heute in der Krebstherapie ebenso eingesetzt wie bei der Behandlung von Multipler Sklerose und Morbus Krohn, Schlafstörungen, chronischen Schmerzzuständen und Panikattacken. Allerdings sind strikte Auflagen einzuhalten. Anders als in Holland, der Schweiz oder Kalifornien ist in Österreich derzeit keine Lockerung des Cannabisverbots zu erwarten.
[Quelle:] http://oe1.orf.at/programm/2010011817201.html
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Es ist sehr positiv und bemerkenswert, dass der ORF so unvoreingenommene, sachliche Berichte über den Hanf bringt. Weiter so.