Drogenbericht 2007
Nach Studium des Drogenberichtes 2007 von Österreich erachten wir folgende Passagen für bemerkenswert.
Den Bericht gibt es hier: http://www.bmi.gv.at/bmireader/documents/514.pdf
Verbrechenstatbestände:
Im Berichtsjahr 2007 waren 2.437 Verbrechenstraftatbestände zu verzeichnen. Dies entspricht einer Steigerung von 3,7 % gegenüber dem Berichtsjahr 2006.
Vergehenstatbestände:
Im Berichtsjahr 2007 waren 20.492 Vergehenstraftatbestände zu verzeichnen. Dies entspricht einer Steigerung von
0,75 % gegenüber dem Berichtsjahr 2006.
Cannabiskraut:
Die Sicherstellungsmenge sank gegenüber dem Berichtsjahr 2006 um 36,30 %, die Anzahl der Sicherstellungen stieg jedoch um 8,63 %. (Anm. Das lässt vermuten -> Viel mehr kleine Kiffer abkassiert, dafür weniger Dealer erwischt.)
Cannabisharz:
Die Sicherstellungsmenge sank gegenüber dem Berichtsjahr 2006 um 34,80 %, die Anzahl der
Sicherstellungen sank um 18,90 %.
Cannabis-Pflanzen:
Die Sicherstellungsmenge sank gegenüber dem Berichtsjahr 2006 um 5,09 %, die Anzahl der Sicherstellungen sank um 1,96 %.
Kokain:
Die Sicherstellungsmenge stieg gegenüber dem Berichtsjahr 2006 um 26,42 %, die Anzahl der Sicherstellungen
um 4,12 %.
Cannabisprodukte: (Seite 8)
.... Klar ersichtlich ist die stetig steigende Eigenproduktion mittels Indoor- und Outdooranlagen. Die Erträge dieser
Produktionsstätten sind qualitativ hochwertig und dienen nun nicht mehr bloß zum Eigengebrauch, bzw. zur
Weitergabe im Bekanntenkreis. Vor allem durch niederländische Staatsangehörige, aber auch von einer vietnamesischen Tätergruppe wurde im Berichtsjahr 2007 professionell die Cannabisproduktion durchgeführt. Zur Produktion müssen keine wirklichen Barrieren überwunden werden. Samen für Cannabispflanzen können in Hanfshops ohne rechtliche Konsequenzen legal erworben werden. Auch der Kauf von Stecklingen in den
Hanfshops stellt noch einen Graubereich dar. Zubehör für die Indoorproduktion kann entweder in Hanfshops oder über das Internet, großteils aus den Niederlanden, problemlos bezogen werden, ebenso auch die erforderliche Literatur über den Anbau und die Pflege von Cannabispflanzen. ...
Anmerkung: Hier irrt der Bericht ganz gewaltig. Hanfstecklinge unterliegen nicht dem SMG. Das wurde jetzt schon mehrere Male ausjudiziert. Sogar am Straflandesgericht Wien (für sehr strenge Bestrafung berüchtigt) wurden alle Hanfshops, die sich ausnahmslos auf Stecklinge spezialisiert haben, freigesprochen. Es gab schon Verurteilungen, aber da ging es um "Blühendes".
Wien
... Die Nachfrage nach Cannabisprodukten ist nach wie vor sehr stark gegeben. Die Tätergruppen passen sich der jeweiligen Nachfrage an und entwickeln daher immer wieder neue Verkaufsstrategien....
... Cannabisprodukte werden vorwiegend von Österreichern und jugoslawisch stämmigen Nationalitäten vertrieben. Der Verkauf sowie die Vermittlung in Lokalen werden großteils durch Österreicher und jugoslawisch stämmige Täter vollzogen....
Niederösterreich
... Illegale Indoor- und Outdoor Anlagen zur Aufzucht von Marihuanapflanzen sind nach wie vor häufige Realität. Die Größe dieser Anlagen variierte und reichte von kleinen mit wenigen Pflanzen für den Eigenkonsum bis zu großen mit hunderten Pflanzen für den Weitervertrieb. Pflanzen mit THC-Gehalt bis zu 15% wurden sichergestellt....
... Im Jahre 2007 diente der Flughafen Wien-Schwechat im Cannabisbereich als Transitflughafen für Cannabisschmuggel insbesondere durch einen Direktflug nach Kathmandu/Nepal. Der Flughafen wurde
dadurch zum Transitflughafen von größeren Cannabismengen im Bereich von ca. 5-8 kg und die Zielländer und
Enddestinationen waren vorwiegend die Schweiz und die nordischen Länder in Europa. Die Schmuggler waren ebenfalls aus diesen angeführten Ländern. In den ersten vier Monaten im Jahr 2007 wurden insgesamt 31 kg Cannabisharz sichergestellt...
Steiermark
Nach wie vor ist festzustellen, dass Cannabisprodukte (vorwiegend Marihuana) noch immer die meist konsumierten illegalen Suchtmittel darstellen. Der heimische Eigenbau in Form von Indoor- und/oder Outdoor- Hanfzüchtungen stand, bzw. steht – wie auch im Berichtsjahr 2006 – im Vordergrund. Zu erwähnen ist die zumeist
sehr gute Qualität dieser Eigenzüchtungen in Bezug auf die suchtrelevanten Inhaltsstoffe....
Oberösterreich
Cannabis ist nach wie vor das am Stärksten verbreitete illegale Suchtmittel. Die bereits in den Vorjahren erkennbare Tendenz zum Eigenanbau setzte sich im Berichtsjahr 2007 weiter fort. Dies ist vor allem in der professionellen Errichtung von Indoor-Anlagen auffällig. So wurde im April 2007 die bundesweit bisher größte Indoor- Plantage im Bezirk Eferding in Oberösterreich entdeckt: Eine aus Holländern und Österreichern
zusammengesetzte Tätergruppe hatte bereits Anfang 2006 eine ca. 4.000 m² große Halle einer ehemaligen Tischlerei angemietet und eine professionelle Indoor- Hanfplantage eingerichtet. Die technische
Ausrüstung zur automatischen Bewässerung, Klimatisierung und Düngung der Pflanzen wurde aus den
Niederlanden nach Österreich gebracht. Es zeigt sich offensichtlich die Neigung niederländischer Täter, ihre
Produktionsstätten nach Österreich auszulagern. Große Indoor-Plantagen, welche von niederländischen
Tätergruppen betrieben werden, dienen der Produktion für den Export. Kleinere 18 Indoor-Plantagen dienen eher für den Eigenbedarf sowie für die Weitergabe im engeren Freundeskreis.
Weitere kleinere, aber ebenfalls sehr professionell angelegte Indoor-Plantagen konnten in den Bezirken Eferding,
Freistadt, Rohrbach, Steyr und Vöcklabruck ausgeforscht werden. In einem Fall handelte es sich um eine
organisierte Gruppe von Vietnamesen, die diese Plantagen betrieben hat. In den übrigen Fällen waren es vor allem
Langzeitkonsumenten, die ein großes spezifisches Wissen aufweisen undKosten sparen wollten, weshalb sie diese Form der Suchtmittelbeschaffung betrieben haben. Die Pflanzensetzlinge sind bedingt durch die geltenden
gesetzlichen Bestimmungen in den diversen Head-Shops, von denen es in Oberösterreich mehrere gibt, frei erhältlich. Diverse Fachliteratur und das erforderliche Zubehör wie Pflanzenleuchten, PHMessgeräte
und spezieller Dünger wird ebenfalls frei angeboten, was den Indoor- Anbau sehr erleichtert. Auch via Internet
sind Cannabissamen und jegliches Zubehör für die Aufzucht problemlos zu beziehen. Der Ertrag aus diesen
Eigenanbauten wird vorwiegend selbst konsumiert, ein Überschuss wird vor allem im Freundes- und Bekanntenkreis veräußert.
Der Konsum von Cannabisgras erfolgt zum Teil auf öffentlichen Plätzen, vor Diskotheken und bei privaten Feiern. Für Insider der Suchtgiftszene sind sowohl Haschisch als auch Marihuana ohne größere Probleme erhältlich und es werden diese Suchtmittel sowohl an öffentlichen Plätzen und Straßen als auch in einschlägig bekannten Lokalen vor allem im städtischen Bereich angeboten. Die Beschaffung der Cannabisprodukte erfolgte, mit Ausnahme des Eigenanbaues, größtenteils durch Straßenkäufe in Linz, Wels und Wien.
Größere Sicherstellungen aus den Bundesländern im Überblick
· Im April 2007 wurde in Oberösterreich, die flächenmäßigbislang größte Indoor Cannabisplantage – mit einer
Anbaufläche von 4000m² -entdeckt. 4.500 Cannabispflanzen wurden sichergestellt.
· Im März 2007 wurde in Wien eine Indoor Cannabisanlage in der Größe von 450m² entdeckt und dabei 239 kg Cannabispflanzen sichergestellt.
· Im August 2007 wurde in Niederösterreich eine Outdoor Cannabisanlage entdeckt, bei der 102 kg Cannabispflanzen sichergestellt wurden.
· Im April 2007 wurden in Wien knappe 43 kg Cannabisharz sichergestellt. Es stammte aus einer Schmuggelfahrt von den Niederlanden nach Österreich.
Auszug ...
Den Bericht gibts hier: http://www.bmi.gv.at/bmireader/documents/514.pdf